Leitbild

In der Bauernhofspielgruppe Kuhn können Kinder von zweieinhalb Jahren bis zum Kindergarteneintritt das Leben auf einem Bauernhof hautnah miterleben.
Das Kind kann die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben. 
So wird es optimal auf den Kindergarten vorbereitet. 
Die Kinder sind bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten im Stall, 
im Garten und auf dem Hofplatz.
 Zwischendurch werden Exkursionen in die Obstplantage oder in den Wald durchgeführt.
Mit allen Sinnen wie hören, riechen, fühlen, sehen und tasten werden den Kindern spielerisch viel Wissenswertes über Pflanzen, Tieren und zur Natur vermittelt. 
Die Kinder bekommen Verständnis für die Lebenskreisläufe und die Jahreszeiten. 
So lernen die Kinder geduldig zu sein, bis das Obst und Gemüse 
im Herbst geerntet werden kann. 
Aktive Bewegung an der frischen Luft wird optimal ermöglicht durch hüpfen, springen, kriechen, balancieren. Die motorische Fähigkeit wird gefördert. In der Natur finden die Kinder Raum zum Austoben jedoch auch Ruhe und Stille was sich positiv auf 
die Ausgeglichenheit im Alltag auswirkt. 
Der regelmässige Aufenthalt auf dem Bauernhof stärkt das Immunsystem.
Die Kinder lernen mit und von anderen Kindern und dies fördert das soziale Lernen.
Vertraute Rituale und verlässliche Regeln schenken den Kindern Sicherheit, Mut und Vertrauen. Durch gemeinsame Aktivitäten wie z.B. Znünilied, Kartoffeln ernten etc. wird er Gemeinschaftssinn aller Kinder gefördert. 
Beim Singen, Sprechen von Reimen oder Vorlesen einer Geschichte wird die Sprache, das Vorstellungsvermögen und das Verständnis gefördert.
Durch Ausdauer, Wille und Entscheidungsfreiheit lernen die Kinder, was sie aus eigener Kraft erreichen können, dies stärkt das Selbstwertgefühl. 
Wir haben kein Spiel-oder Lernplan. Unser Ziel ist es, das Kind in seiner individuellen Entwicklung anzunehmen, zu fördern und zu ermutigen. 
Der Prozess ist das Ziel nicht das Produkt.
 Das Freispiel ist ein wichtiger Bestandteil der Bauernhofspielgruppe. 
Dadurch gewähren wir den Kindern grösstmöglichen Freiraum und setzen dennoch klare Grenzen. Wir bieten den Kindern viel Raum und Zeit ihren eigenen Ideen nachzugehen. 
Wir fördern die Selbständigkeit, das Selbstvertrauen, die Zugehörigkeit, die Kreativität, 
die Fantasie und bauen mit den Kindern eine emotionale Beziehung 
zu den Tieren, Pflanzen und zur Natur auf.
"Hilf mir es selbst zu tun" von Maria Montessori ist unser Leitsatz der sich
 durch das ganze Spielgruppenjahr durchzieht.
Die ausgebildete Innenspielgruppenleiterin sowie Wald- und Bauernhofspielgruppenleiterin bildet sich regelmässig weiter.

Die Bauernhofspielgruppenleiterin
Yvonne Kuhn-Graber


Konzept der Eingewöhnungsphase

Nachdem sich das Kind mit Krabbeln und Gehen immer mehr Schritte von den Eltern weg macht um die Welt zu erkunden und zu erobern, hat es nun das nächste Abenteuer-die Spielgruppe-vor sich. Es ist eine nächste Möglichkeit, sich von den Eltern oder anderen Bezugspersonen loszulösen. Eine ideale Vorbereitung auf den Kindergarten.
Die Eingewöhnungsphase ist für alle Beteiligten eine enorm wichtige Zeit und entscheidet über den Aufnahmeerfolg und die weitere Zeit eines Kindes in außerfamiliärer Betreuung.
Die Kinder in der Bauernhofspielgruppe werden elternbegleitend, bezugspersonenorientiert und abschiesbewusst eingewöhnt. Die Eingewöhnung kann nur zusammen mit einer Bezugsperson des Kindes gelingen, da sie das Kind am besten kennt und sein Vertrauen besitzt. Ihre Anwesenheit ist in der ersten Zeit, wenn das Kind den Übergang leisten muss und Vertrauen zur neuen Bezugsperson und in die veränderte Situation aufbauen soll, ausschlaggebend. Wichtig ist dabei, dass sich der Elternteil und die neue Bezugsperson so viel Zeit für das Kind nehmen, wie es für die Eingewöhnung braucht.
Es kann sinnvoll sein, bei Kindern, bei denen die Eingewöhnungsphase etwas länger dauert, bezugspersonenorientiert eingewöhnt wird. Dies bedeutet, dass hauptsächlich nur eine Spielgruppenleiterin das Kind eingewöhnt, damit sich zwischen den beiden eine tragfähige Beziehung entwickeln kann.  
Beim abschiedsbewussten Eingewöhnen muss es einen klaren Abschied geben, zudem bald das verinnerlichte Vertrauen auf die Rückkehr der Mutter gehört. (Als zusätzliches Hilfsmittel, dass Mami sicher wieder kommt, darf die Bezugsperson einen Glückskäfer nach Hause nehmen und diesen beim Abholen des Kindes wieder mitbringen).
Ein klarer Abschied lässt Strukturen erkennen (und auch an den nächsten Tagen wieder erkennen) und gibt stabilisierende Orientierung. 
"Abschleichen" ohne sich beim Kind zu verabschieden, erschüttert das Urvertrauen des Kindes massiv, das Kind kann sich in Zukunft nicht mehr auf die Spielgruppe einlassen, weil es immer mit einem Auge bei der Mutter sein muss.
"Sie kann ja jeden Moment einfach verschwinden".
Die passende Formel ist hier "Kuss und Schluss". Lange Abschiede erleichtern weder der Mutter noch dem Kind die Bewältigung der Situation. Die Mutter sollte beim Abschied immer von sich aus das Kind der Spielgruppenleiterin übergeben. Die Leiterin nimmt der Mutter kein weinendes Kind ab. Nach der Verabschiedung nicht zurückkommen, auch wenn das Kind weint. Tränen dürfen sein, das ist ganz normal. Die Leiterin gibt dem Elternteil nach einer weinenden Verabschiedung eine kurze Rückmeldung, "dein Kind hat aufgehört zu weinen, es geht ihm gut". Es ist ungünstig der Trennungsschmerz mit Versprechungen wie z.B. "wenn du jetzt nicht weinst und hierbleibst, dann kaufe ich dir etwas in der Bäckerei" ab zu dressieren. So lernt das Kind höchstens den Tag ohne Jammern durchzustehen, aber nicht, sich bei aufkommendem Kummer von der Spielgruppenleiterin trösten zu lassen und dann mit ihrer Hilfe ins Geschehen einzusteigen. Zum Ablösen braucht es immer zwei. Es ist ein bedeutender Prozess zwischen den Eltern und dem Kind. Als Eltern bereit sein, das Kind abzugeben. Dem Kind zutrauen, dass es diesen Übergang schafft und die Trennung meistern kann. Es kann sinnvoll sein, sich im Vorfeld über die Spielgruppe zu unterhalten und z.B. einen Spaziergang zur Spielgruppe zu machen. Ein Lieblingsgegenstand des Kindes mitgeben (z.B. Noschi, Teddy, Puppe) kann helfen, die neue Situation gut zu meistern. 
Wir sind uns bewusst, dass die Startsituation bei Kindern unter drei Jahren noch wesentlicher verantwortungsbewusst gestaltet werden muss. 
Die Eltern dürfen / müssen so lange bleiben wie es für das Kind nötig ist.
Die Eltern sind in einer beobachtenden Position. D.h. sie sind emotional für das Kind verfügbar, initiieren aber kein Spiel. 
In der Anfangsphase wird den Kindern ein "niederschwelliges" Programm angeboten, 
kein Riesenprogramm. 
Die Mutter / der Vater hat während der Spielgruppenzeit piket, d.h. er /sie ist erreichbar und schnell vor Ort, wenn die Leiterin Unterstützung braucht. 
Die Kinder pünktlich holen und bringen. Ein Kind welches zu spät kommt kann überrumpelt sein und den Einstieg in den Morgen / Nachmittag und die Gruppe nur schwer finden. 
Besondere Umstände wie z.B. die Geburt eines Geschwister, Umzug, Trennung der Eltern etc. können den Spielgruppeneintritt erschweren und für das Kind zu viel Belastung aufs Mal bedeuten. Wenn die Leiterin von diesen besonderen Umständen erfährt, kann sie dementsprechend das Kind begleiten.    
Rückschläge sind normal: ein bereits eingewöhntes Kind realisiert nach zwei bis drei Monaten "ich komme ja immer wieder hierher, es ist nicht freiwillig, jetzt kenne ich die Räume, die Kinder, die Tiere, und jetzt?" Diese Phase kann jederzeit während des Spielgruppenjahres auftreten. Das Kind braucht jetzt Zeit und eine liebevolle Unterstützung.